3D Print
NOW!:
Hintergründe

Der 3D-Drucker ist eine der wichtigsten Erfindungen dieses Jahrhunderts. Mit dieser digital gesteuerten Maschine können Produkte nicht nur schneller und kostengünstiger, sondern auch in sehr komplexen Formen hergestellt werden. Produkte können zudem mühelos an die Wünsche individueller Kunden angepasst werden. Außerdem brauchen weniger neue Produkte hergestellt zu werden, weil jeder zuhause Ersatzteile zur Reparatur ausdrucken kann. Große Fabriken sind nicht mehr nötig. Kurz und gut: Der 3D-Druck ist der Beginn einer neuen industriellen Revolution.

3D-Druckverfahren ermöglichen die Herstellung von großen Mengen. Gleichzeitig ist jedes einzelne Produkt einzigartig. Die Software zur Anpassung eines Entwurfs an persönliche Wünsche wird immer benutzerfreundlicher. Mit einem 3D-Drucker können die Umrisse eines Körperteils in einen digitalen Entwurf umgesetzt werden, beispielsweise um medizinische Prothesen nach Maß anzufertigen. Letztlich wird der Verbraucher die Freiheit haben, nicht nur seine eigenen Produkte herzustellen, sondern sie sich auch auszudenken. Eigentlich handelt es sich hier eher um eine industrielle Evolution. Mit einem 3D-Drucker für den Heimgebrauch kann man kleinere Produkte aus Bioplastik von mäßiger Qualität drucken. Allerdings erfordert es profunde technische Erkenntnisse, um einen guten und effizienten Gebrauchsgegenstand zu entwerfen.

Die Ausstellung 3D-Druck: NOW! zeigt, was man zu diesem Zeitpunkt mit dieser innovativen Technik alles herstellen kann – von alltäglichen Gebrauchsgegenständen und extravaganten Modeaccessoires bis hin zu Lebensmitteln und sogar kompletten Gebäuden. Des Weiteren wird ein Blick in die Zukunft geworfen. Denn die Entwicklungen beim 3D-Druck folgen einander in blitzschnellem Tempo auf. Man kann heute mit superstarken Karbonfasern und Titan drucken, aber auch mit Ton, Glas und sogar Holzbrei. Durch die Einführung von industriellen 3D-Druckern in der Größe von Frachtcontainern kann man auch immer größer drucken. Oder umgekehrt bis auf den Millimeter genau mit sündhaft teuren 3D-Druckern aus der fortschrittlichen Raumfahrtindustrie. Gleichzeitig gibt es auch einen einfachen 3D-Drucker, den jeder selbst herstellen kann, weil alle seine Teile mit – genau! – einem 3D-Drucker angefertigt werden. In der nahen Zukunft wird man auch mit lebenden Zellen und smart materials – Intelligenten Werkstoffen – drucken können, die auf Hitze oder Licht reagieren. Die Bedeutung, die der 3D-Druck in unserem Alltag haben wird, wird also immer größer werden.

Architektur

Das 3D-Drucken von kompletten Gebäuden ist mangels Qualität und durch hohe Kosten, mangelhaftes Material und beschränktes Volumen noch nicht möglich. Dennoch wird innerhalb der Architektur bereits umfangreich mit digitalen Produktionstechniken experimentiert. Z. B. werden Fassadenplatten und dekorative Bauelemente vor Ort auf der Baustelle hergestellt. Zudem können dank des Einsatzes von Robotertechnologie immer größere Konstruktionen gedruckt werden. Mit spezieller Designsoftware kann ein Basisentwurf eines Bauwerks leicht an örtliche oder individuelle Wünsche angepasst werden.
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Kunst

Mit einem 3D-Drucker können komplex geformte Objekte hergestellt werden. Das bietet neue Möglichkeiten für die Expressivität von Künstlern. Auch die Restaurierung oder Anfertigung von Repliken von bestehenden Kunstwerken wird einfacher und kostengünstiger. Obwohl der 3D-Drucker niemals Pinsel, Farbe, Meißel und natürliches Material wie Marmor und Holz ersetzen kann, werden digitale Produktionstechniken bei den Künsten künftig eine vollwertige Disziplin sein.
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Körper

Das wichtigste Einsatzgebiet des 3D-Drucksverfahrens wird wahrscheinlich die Medizin werden. Die Anfertigung von Maßarbeit bei Prothesen, Hörgeräten und angepasstes Schuhwerk war noch nie so einfach. In der Zahnmedizin ist der 3D-Drucker schon nicht mehr wegzudenken. Weil nach Maß gearbeitet wird, bleibt fast kein kostbares Restmaterial mehr übrig. Außerdem sorgen die 3D-Drucktechniken für eine enorme Einsparung bei den Arbeitskosten. In Zukunft wird auch mit Lebendgewebe und Stammzellen gedruckt werden können. Das wird neue ethische Fragen aufwerfen.
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Alltag

Dank des 3D-Druckers wird jeder einmal seine eigenen Gebrauchsgegenstände und Zubehörteile anfertigen können. Sogar größere Objekte wie Stühle können wie ein demontierbarer Entwurf mit einem einfachen Drucker hergestellt werden. Die digitalen Entwurfszeichnungen kann man sich mit einem Mausklick – manchmal sogar kostenlos – herunterladen. Damit wird die Anfertigung eines Produkts nach Maß für jeden erreichbar. Inzwischen haben auch große Unternehmen wie IKEA den Vorteil des 3D-Drucks entdeckt.
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Mode

Kein Körper ist wie der andere. Deshalb ist der 3D-Druck in der Modeindustrie so sturmartig im Kommen – von Accessoires wie Schmuckstücken bis hin zu unentbehrlicher Unterwäsche. Ein Bodyscan ermöglicht die mühelose Anfertigung von Kleidung mit der perfekten Passform. Auch nett: Kleidungsstücke können persönliche Akzente wie Initialen oder eine abweichende Farbkombination bekommen. Exklusivität ist schließlich eine wichtige Anziehungskraft bei Mode
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Lebensmittel

Der 3D-Drucker macht Kochen nicht nur einfacher, sondern auch ästhetischer. Mit einem 3D-Drucker kann der Hobbykoch zuhause Gerichte in genialen Formen zubereiten. Schon jetzt werden relativ einfache Gerichte wie Pfannkuchen und Kuchen oft mit einem 3D-Drucker zubereitet. In der Zukunft werden auch Lebensmittel aus verschiedenen Zutaten gedruckt werden können.
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Zukunft

Die Entwicklungen im 3DDruckverfahren folgen einander schnell auf. Ständig wird mit neuem innovativen Material, effizienteren Produktionstechniken und neuen Produkttypen experimentiert. Der Einfluss des 3D-Drucks auf unser alltägliches Leben wird ständig zunehmen. Dass dieser Einfluss nicht immer positiv sein wird, erweist sich aus der Entwicklung einer 3D-gedruckten Pistole, die jeder selbst drucken kann.
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