Showroom Limburg 2018

Showroom Limburg 2018 präsentiert mit 41 Entwürfen einen aktuellen Einblick in den kreativen Sektor der Provinz. Der Begriff ‘Limburg’ wird für diese Ausstellung weit gefasst: Gezeigt werden Werke von Designern, die aus der Provinz stammen, in ihr wohnen oder arbeiten. Ausgabe 2018: 3. März bis 3. Juni 2018

Showroom Limburg 2018 gehört zu einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen, mit denen Cube die Designpraxis innerhalb der regionalen Fertigungsindustrie und die zugehörigen Trends vor Augen führt.

Die Präsentation im Cube design museum umfasst vier Bereiche:

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Various

In Various sieht man ein breites Spektrum an Verbraucherprodukten: industrielles Design, Mobilität, Einrichtungsobjekte, Möbel, Schmuck und Mode. 
Als ein Beispiel: Die Hängelampen aus der Serie New Found Treasures bestehen aus den silberbeschichteten Glasflaschen, die die Designer aus Second Hand-Thermoskannen holten. Sie erwärmten die Flaschen in einem Ofen, wodurch das dünne Glas einen perlmuttartigen Schimmer erhielt.

New Found TreasuresIhr gemeinsames Interesse an alltäglichen, scheinbar wertlosen Objekten stellt für Klaas Kuiken und Dieter Volkers die Basis ihrer Zusammenarbeit dar. Sie experimentieren und forschen, immer mit dem Ziel, ihren wertvollen Funden eine neue Funktion und neuen Wert zukommen zu lassen.

Klaas Kuiken (Sneek, 1984) machte 2010 sein Examen an der ArtEZ in Arnheim. Seine Arbeiten wurden unter anderem bei der Beijing Design Week, der London Fashion Week, der ICFF New York und der Salone del Mobile Milan gezeigt. Als größte Inspirationsquelle nennt er das Fernsehprogramm How It's Made auf dem Discovery Channel.

Dieter Volkers (Maastricht, 1983) machte ebenfalls 2010 sein Examen an der ArtEZ in Arnheim und stellte seine Entwürfe bei der Beijing Design Week, der Dutch Design Week, der Salone del Mobile Milan und den Design Days in Paris aus. Mit seinen Arbeiten lenkt er die Aufmerksamkeit auf alltägliche Produkte und Handlungen.

International

International zeigt drei aussagekräftige Beispiele von Limburger Designern und Betrieben, die mit ihren Produkten internationale Bekanntheit erlangt haben. Als ein Beispiel: Das LS Desk hat dieselben sinnlichen Formen wie der Multiplex-Tisch Cinderella, bestehend aus 57 Lagen Birkenholz, Abschlussarbeit von Jeroen Verhoeven von 2005 an der Design Academy in Eindhoven und zwei Jahre später schon vom Museum of Modern Art in New York erworben.

LS Desk. Foto: DemakersvanStatt aus Holzlagen ist der Tisch Lectori Salutem von 2011, kurz LS Desk, aus hunderten Platten rostfreien Stahls aufgebaut. Die Platten haben jede eine andere gewölbte Form und werden in Europa mit industriellen Stempelformen angefertigt. Der Tisch wird in Indien zusammengebaut, wo Demakersvan seit zehn Jahren eine eigene Fabrik besitzen.

Wegen des Kontrast zwischen dem wenig flexiblen Material und den fließenden Formen sorgt polierter Stahl für die perfekte Ausstrahlung des LS Desk. Es ist nicht selbstverständlich, mit diesem Material fließende Formen hinzubekommen. Der Aufbau des Tisches aus Lagen betont das: Die Erscheinungsform erzählt die Geschichte hinter der Entwicklung des Objekts. Die glänzende Perfektion des Endresultats symbolisiert laut Jeroen Verhoeven die perfekte Balance innerhalb des Designertrios beim Entwerfen.

Die Zwillinge Jeroen und Joep Verhoeven (Tegelen, 1976) sowie Judith de Graauw (Oss, 1976) gehören seit dem Abschluss ihres Studiums zu den erfolgreichsten Designern der Niederlande, nicht zuletzt durch ihre unorthodoxe Arbeitsweise. De Graauw: „Auf Ideen zu kommen ist nicht so schwer. Die Umsetzung der Ideen kostet hingegen Energie. Wir wären nicht glücklich damit, nur Dinge entwerfen zu müssen, die einfach produziert werden können.”

System

Die Objekte, mit denen die Designer Fragen zur heutigen Entwurfspraxis stellen, sind in System zu sehen. Wie einzigartig kann ein Kugelschreiber sein, der in einer Auflage von zigtausend Exemplaren produziert wird? Wer ist der geistige Eigentümer einer basierend auf Open-Source-Software 3D-gedruckten Lampe? Welche Kriterien muss ein Entwurf, der gut recycelt werden kann, erfüllen? Als ein Beispiel: Recolored van Jessica den Hartog.

RecoloredSollte ein Designer beim Entwerfen eines neuen Produkts nicht auch darüber nachdenken, wie dieses schließlich am besten recycelt werden kann? Der Einsatz von Materialien und Farben beim Produktionsprozess muss sich ändern, findet Jessica den Hartog. Recolored ist ihre persönliche Interpretation der Möglichkeiten des Plastikrecyclings, ein Material von eigener Qualität und Identität.

Den Hartog untersucht die Möglichkeiten ausgehend von ihrer Faszination für Plastik und der Nicht-Berücksichtigung ästhetischer Aspekte beim Plastikrecycling. Die Untersuchung präsentiert sich hier als Farben- und Materialbibliothek. Es ist ein never ending process, der alle Möglichkeiten recycelten Plastiks zeigt, um sich selbst und andere mit ästhetischen Materialien auszustatten, entstanden aus Abfall.

Den Hartog hat einen Ballen PE-HD von Hand sortiert, gewaschen und recycelt. So erhielt sie die Möglichkeit, die Grenzen des Brauchbaren abzustecken und mit der Entwicklung neuer Materialien, Techniken und Wissensgrundlagen zum Beschreiten neuer Wege zu experimentieren.

Jessica den Hartog (Schoorewoerd, 1992) machte 2017 ihr Examen an der Kunstakademie in Maastricht. Sie entscheidet sich bewusst für eine andere Arbeitsweise, beginnend mit dem Experimentieren mit bestehenden Materialien und Farben und dem Ziel, diesen ein besseres zweites Leben zu schenken.

Material

Anhand von drei Endprodukten und einigen Beispielen aus der Experimentierphase gibt Material einen Eindruck vom oft sehr arbeitsintensiven Fertigungsprozess. Als ein Beispiel: Raku 3.0 van Sandra Jansen. Met deze thee-set presenteert Sandra Jansen een manier van keramiek stoken zoals die al in Japan in de 16e eeuw werd toegepast. Maar dan een tikkeltje anders.

Raku 3.0Mit diesem Tee-Set präsentiert Sandra Jansen eine Technik des Keramikbrennens, die schon im Japan des 16. Jahrhunderts verwendet wurde, mit leichten Abweichungen.

Holt man Keramik aus dem Ofen, wenn sie noch 1000 Grad Celsius heiß ist, erhält die Glasur einen Temperaturschock und schrumpft in rasendem Tempo. Dadurch entstehen feine Risse an der Oberfläche. Bei Verwendung werden diese Risse durch den Tee dunkler.

Der Vorgang wurde im 19. Jahrhundert in Amerika überarbeitet. Die Risse werden nun bereits beim Brennprozess sichtbar. Die heißen Objekte werden vom Ofen in Sägemehl gelegt, was daraufhin zu brennen anfängt. Der Rauch, der in die Risse zieht, macht die Tassen wegen der Rußpartikel ungeeignet als Trinkgefäß.

Sandra Jansen kombinierte die zwei Verfahren zu einer neuen Raku-Technik. Zu sehen sind hier einige Probetassen und das Endprodukt, ein Tee-Set. Jansen legt bei ihrer neuen Methode die noch glühenden Objekte in Tee, Honig, Farinzucker und Kakaopulver. Da bei dieser Technik keine Rußteilchen entstehen, ist die Keramik gebrauchssicher und lebensmittelecht.

Sandra Janssen (Weert, 1991) studierte an der Kunstakademie in Maastricht.

Kolophon

  • Konzept Exposition: Gène Bertrand, Wouter van Dillen, Hans Gubbels
  • Beratung und Zusammensetzung: Gene Bertrand
  • Design ausstellung: Robin Gubbels design
  • Textbearbeitung: Bodosz
  • Übersetzungen: Cunningham text & translation, KAM3
  • Realisierung: Cube design museum, Christiane Gronenberg (Bodosz)
  • Ausleihe: Christiane Gronenberg (Bodosz), Vilja Bemelen
  • Photografie objecten: Nele Siebel
  • Fotografie Ausstellung: Ruud Balk & Noud de Greef
  • Grafikdesign Katalog: Nadine vroomen

Danke an: Adam Bialek, Anke Huyben, Annebeth Nies, Bas van Leeuwen & Mireille Meijs, Bastjan Otten & Camille de Vrede, Bregje Cox & Mark King, Diederik Schneemann, Dieter Volkers & Klaas Kuiken, Djillie Roes, Elleke de Vries, Ellen Truijen, Elwy Schutten, Erik Hoedemakers, Fabian Seibert, Fabian von Spreckelsen, Françoise Oostwegel, Frans Willigers, Jeroen Wand, Jessica den Hartog, Joep & Jeroen Verhoeven & Judith de Graauw, Jos Kranen & Johannes Gille, José Maase & Mireille Meijs, Karlyn Cornelia Bos, Leolux, Loet Gescher, Marco Iannicelli, Marjan Eggels, Martijn Koomen, Marlijn Quirijnen, Mathieu Bruls, Maurice Mentjens, Max Jungblut, Moniek Vierling, Mosa, Olivia Bertus, Patrick Belli, Peter Traag, Reonald Westerdijk, Rob Driessen, Juulke Brosky & Jacqueline Hoffman & Reonald Westerdijk & René Holten & Rob van Acker, Sandra Jansen, Sanne Gelissen, Theo Ploeg, Thomas Eurlings.